1.000 km von Hockenheim
Die 1000 km Hockenheim sollten der erste Auftritt des neu zusammengesetzten Teams sein. Doch in diesem Jahr musste schon sehr viel früher als in den Vorjahren gemeldet werden, so dass die endgültige Teambesetzung bei Nennschluss noch nicht fest stand.
Um auf der sicheren Seite zu sein, gab Onno Bitter schon einmal seine Nennung ohne Co. ab. Holger Steuer und Carsten Doil hatten geplant wie im vorigen Jahr zusammen zu fahren. Da Jens Gutsche, Onnos Stamm-Partner der letzten Jahre in dieser Saison endgültig ausgestiegen ist, gab es bei Onno ein bisschen hin und her mit den Fahrern des Endurance Teams MSF Sauerland. So gab Onno Andreas Wieser die Zusage.
Nachdem dann auch die Termine der IDM fixiert waren, sah Holger Steuer die für ihn wichtige und einzige Möglichkeit Ostern in Assen im Zuge der Holländischen Meisterschaft zu starten und somit für die IDM auf der für ihn unbekannten Strecke zu trainieren. Damit Stand dann auch Carsten Doil ohne Partner da. Eine Lösung war schnell gefunden, aber: Ersten kommt es anders....
Carsten kam mit defektem Motorrad und reichlich Prellungen aus Rijeka zurück. Dies hatte zur Folge, das wir sein Motorrad nicht wie geplant mit dem Video Equipment von Holger Franz (www.racecams.de) ausrüsten konnten. Er selbst hatte Startverbot durch den Art erhalten, da eine starke Prellung des Oberarms nicht abgeklungen ist.
Onno war in diesem Jahr schon sehr fleißig. Auf dem Weg nach Kroatien legte er am Samstag noch in Hockenheim beim verregneten DMV Training eine Zwischenstation ein, um dann in Rijeka zu trainieren. Dort stand neben dem Saison-Auftakttraining ein Sprintrennen und ein 2 Stunden-Rennen an. Auf dem Heimweg nahm er am Sonntag noch schnell eine Trainingsmöglichkeit in Oschersleben war. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte.
Leider war in der Triple-Kurve eine Ölspur. Insgesamt fünf Fahrer, darunter auch der amtierende IDM-Meister Jörg Teuchert stürzten. Onno hatte Glück im Unglück. Er blieb nahezu unverletzt und das Motorrad wurde nur links beschädigt. Jedoch gab es keine Möglichkeit mehr sein Motorrad bis zu den 1.000 km von Hockenheim wieder herzurichten! Somit musste das Motorrad seines Partners Andreas Wieser herhalten.
Das Motorrad von Onno Bitter und Andreas Wieser kam gut vorbereitet in Hockenheim an. Die Abnahme war kein Problem und schon stand das Moped im Parc Ferme.
Morgens um 8:00 Uhr ging es für Andreas mit einem gebrauchten Reifen hinten los. Der erste Turn bei ca. 4° mit kalten Reifen und kalten Asphalt Temperaturen ist immer wieder eine Herausforderung. Wir konnten 25 Runden fahren dann kam der Wechsel. Onno fuhr dann 27 Runden und wir wechselten auf einen neuen Hinterradreifen. Da Helfer Stephan „Knoby“ Knobloch nicht zur Verfügung stand, übernahm ich in den ersten beiden Turns die Aufgaben an der Boxenmauer, dann löste mich Carsten ab. Unsere Fahrer schafften auf der vollen Strecke Rundenzeiten um die 2:00 Minuten. Hier war wieder Endurance gefragt. Zügige Runden – jedem Schlamassel aus dem Weg gehen! Es folgten noch Turns mit 29 und 28 Runden. Dann wollten wir zur Sicherheit noch einmal den Reifen hinten wechseln und die Bremsbeläge vorn prüfen.
Dazu kam es dann nicht mehr. In der 24. Runde wurde dieser Turn mit Roter Flagge abgebrochen. Uns wurde gesagt, wegen eines Unfalles. Weitere Einzelheiten sollten später mitgeteilt werden. Die Teams bekamen 30 Minuten Zeit, um das Motorrad für die Sprintprüfung vorzubereiten und in den Parc Ferme zu stellen. Mit 133 Runden hatte wir bislang die meisten Runden und bereits einen Reifen Wechsel hinten erledigt. Eigentlich stand der nächste Reifenwechsel hinten an. Jetzt musste jedoch schnell umgeschaltet werden. Die Einsatzreifen für den Sprint mussten beim Reifenservice auf Felgen gezogen werden. Das Fahrzeug stand also ohne Räder in der Boxengasse. Wir wechselten die Bremsbeläge vorn und prüften die wesentlichen Verschraubungen für den Sprint. Rechtzeitig kamen die Felgen und wir waren fristgerecht im Park Ferme.
Onno fuhr den Start und kam als Zweiter weg. Die führende Position hatte Jürgen Müller. Es wurden tiefe 1:51 Minuten gefahren. Peter Preussler kam jedoch von hinten auf, musste beim Versuch den Führenden zu überholen leicht von der Strecke und bekam in der Folge die Einfahrt zur Opelkurve nicht mehr. Er musste gerade aus in den Kies und legte das Moped am Ende des Kiesbettes halb auf die Seite. Nach dem Wechsel des bis dahin Führenden Jürgen Müller auf Helmut Dähne fuhr Onno noch eine Runde, die uns dann in Führung brachte.
Unser Wechsel klappte sehr gut und Andreas konnte zwei Runden lang die Führung halten. Nicht zuletzt durch Pech beim Überrunden kamen Leonard /Alex Schiller, Axel Reiman/Ray Buchmann, Thilo Remus/Bernd Kircher und Helmut Dähne an uns vorbei. Letztendlich wurden wir Sechste.
Ergebnis der 1.000 km von Hockenheim 2007
| Platz | Startnummer | Team/Name | Motorrad | Fahrzeit | Schnellste Runde |
| 1 | 24 | Suzuki GSX-R 1000 | 26:48.848 | 1:50.574 | |
| Remus, Thilo; Weinstadt | |||||
| Kircher, Bernd; Kaiserslautern | |||||
| 2 | 1 | Suzuki GSX-R 1000 | 26:49.283 | 1:50.513 | |
| Schiller, Leonhard; Troisdorf | |||||
| Schiller, Alex; Troisdorf | |||||
| 3 | 7 | HMC Hannover e.V. | Kawasaki ZX-10 RR | 26:51.209 | 1:50.867 |
| Reimann, Axel; Sehnde | |||||
| Buchmann, Ray; Hannover | |||||
| 4 | 8 | SRT Schreiber Racing Team | Honda CBR 1000 RR | ||
| Ankert, Gerold; Ludwigshafen | |||||
| Kraft, Peter; Wehe | |||||
| 5 | 3 | Team Bikeworld Nürburgring | Suzuki GSX-R 1000 | 26:58.390 | 1:51.682 |
| Dähne, Helmut; München | |||||
| Müller, Jürgen; Wimbach | |||||
| 6 | 2 | Suzuki GSX-R 1000 | 27:01.362 | 1:51.503 | |
| Bitter, Onno; Rüthen | |||||
| Wieser, Andreas; Haltern |
Im nächsten Jahr sollten wir es dann schaffen mit zwei Teams teilzunehmen. Dann dürfte auf einem Motorrad die Startnummer #6 kleben.
Was bleibt ist die Tatsache, dass die 1.000 km eine wirkliche Herausforderung sind und die Erkenntnis, dass unser Sport auch gefährlich sein kann. Die Dauerprüfung wurde in diesem Jahr wie geschildert abgebrochen. Wie nach dem Rennen bekannt wurde, kam ein Fahrer eines Buell-Teams zu Sturz und verstarb wenig später an seinen Verletzungen. In solchen Momenten wird der sportliche Erfolg nebensächlich, die Gemeinde der Motorrad-Rennfahrer rückt noch näher zusammen und man ist in Gedanken bei den Angehörigen und Freunden des Fahrers.
HaWe Köhle, Stephan Wöhe



